Gleich vorweg: Leider haben wir es ganz knapp nicht geschafft, in die
 Regionalliga aufzusteigen. Aber es war unheimlich spannend und –
 obwohl sportlich nicht so erfolgreich wie erhofft – eine supertolle
 Veranstaltung für alle, die dabei waren, ob als aktive Sportler oder
als lautstarke Fans.

 Die genauen Ergebnisse der Spiele findet Ihr unter

 http://www.alleturniere.de/sport/draw.aspx?id=5E8B924C-9039-4213-9AF9-23699AEF2C16&draw=29


Wir mußten am Samstag um 10 Uhr gleich im ersten Spiel gegen TSG
 Augsburg 1 antreten, den Relegationisten aus der Regionalliga.
 Zuerst wurden das 1. Herrendoppel und das Damendoppel gespielt.
 Florian Barth und ich konnten prinzipiell gut mithalten, hatten aber
 leider in beiden Sätzen eine schlechte Phase, in der zu viele Punkte
am Stück verloren gingen, so daß wir immer einem Rückstand nachlaufen
mußten, den wir letztendlich nicht mehr eliminieren konnten. Das
Damendoppel dagegen hat phantastisch aufgespielt. Mit einem derart
klaren Sieg gegen die Augsburgerinnen, die in der Regionalliga wenig
verloren haben, hat wirklich niemand gerechnet, weder wir noch die
Augsburger.
Anschließend fand das 2. Herrendoppel statt, in dem die Augsburger
statt ihrem Regionalliga-Stammherren Markus Unverdorben den
Ersatzspieler Andreas Dittl eingesetzt haben, der schon in der
Bayernliga-Rückrunde sehr stark gegen uns gespielt hat. Schade, daß
Peter und Stefan so knapp in 2 Sätzen verloren haben, da wäre
eigentlich ein Sieg drin gewesen.
Sabine hat wieder einmal ein spitzenmäßiges Dameneinzel hingelegt und
unerwartet klar gegen die starke und bundesligaerfahrene Heike Hamm
gewonnen. Auch damit war im Vorhinein nicht zu rechnen.
Florian Barth ist dagegen im 3. Herreneinzel leider überhaupt nicht
mit seinem Gegner Markus Unverdorben klargekommen. Dementsprechend
deutlich war das Ergebnis.
Im 1. Herreneinzel hatte ich es dann mit Daniel Knoll zu tun, gegen
den ich zuvor noch nicht gespielt hatte. Wieder einmal ein "Bringer-
Typ", was mir ja nicht so sonderlich liegt. Der erste Satz war sehr
ausgeglichen, am Schluß konnte ich mich leicht absetzen. Der zweite
Satz war sehr knapp, und ich hatte zweimal Matchball, konnte aber den
Sack nicht zumachen und habe den Satz noch verloren. Das war höchst
ärgerlich! Und im dritten Satz hat mir eine Phase mangelnder
Konzentration (sicherlich auch aufgrund nachlassender Kräfte) das
Genick gebrochen. Den Rückstand, in den ich da geraten bin, konnte  
ich nicht mehr aufholen. Wirklich sehr schade.
Das gemischte Doppel hat sich tapfer geschlagen, konnte aber
letztendlich nicht ganz mithalten gegen die Augsburger. Vor allem
Tamara Teuber ist im Mixed eine Macht. Da es Marion und Stefan nicht
gelungen ist, sie weitgehend "rauszuhalten", war das Spiel nicht zu
gewinnen.
Zum Schluß war Peter im 2. Herreneinzel dran und hatte es mit dem  
sehr unangenehmen Gegner Michael Grosschadl zu tun. Mit diesem hatte ich  
es früher in der Bayernliga schon im 1. Einzel meine Mühe. Leider ist
Peter mit dem ausgesprochen "verzockten" Spielstil zunächst überhaupt
nicht klargekommen. Erst im zweiten Satz hat er probate Mittel
gefunden und das Spiel lange ausgeglichen gehalten, bis er am Schluß
durch ein paar unglückliche Ballwechsel verloren hat (das Ergebnis  
auf der Website ist nicht korrekt, es war in Wirklichkeit 21:12 und  
21:19).
Damit ging also das erste Spiel aus unserer Sicht 2:6 verloren.
Schade, es hätte durch mein 1. Einzel und das 2. Doppel durchaus auch
ein 4:4 werden können.

Unsere nächsten Gegner aus Dossenheim/Neckargemünd haben das Spiel
natürlich aufmerksam beobachtet und durften als nächstes gegen
Augsburg antreten. Für uns wäre es nun am besten gewesen, wenn
Augsburg möglichst hoch gewinnt.
Allerdings haben sich die Dossenheimer sehr gut geschlagen und mit
großem Kampf und in spannenden Spielen ein 4:4 gegen Augsburg
herausgeholt.
Die Augsburger haben bei den Damen ein bißchen umgestellt, dadurch
aber nur das Damendoppel zusätzlich geholt (mit Heike Hamm und Tamara
Teuber).
Die beiden Spiele, die auch bei unserem Spiel gegen die Augsburger
eine Art Knackpunkt waren, also 1. Herreneinzel und 2. Herrendoppel,
konnten die Dossenheimer knapp für sich entscheiden.

Somit war klar, daß wir gegen Dossenheim gewinnen mußten, um in die
Regionalliga aufzusteigen. Selbstverständlich haben wir deren Spiel
ebenfalls studiert und festgestellt, daß ein Sieg machbar, aber
durchaus schwierig sein würde. Spannende Spiele waren zu erwarten.

Los ging es wieder mit dem 1. Herrendoppel und dem Damendoppel.  
Leider ist Florian Barth dieses Mal überhaupt nicht richtig in die Gänge
gekommen und stand im Doppel ziemlich neben sich. Entsprechend klar
war das Ergebnis gegen Konrad Schade und Dennis Lam. Unsere Damen
haben jedoch wieder einmal phänomenal gespielt und gegen Silke
Schneider und Stella Nolze in zwei Sätzen gewonnen. Der erste war
besonders am Schluß sehr heiß umkämpft und konnte erst in der
Verlängerung entschieden werden. Im zweiten Satz war die Gegenwehr
dann quasi gebrochen.
Im zweiten Herrendoppel hatten es Peter und Stefan mit Felix Roos und
Simon Miltner zu tun, die ja gegen die Augsburger gewonnen hatten.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben Peter und Stefan gut ins  
Spiel gefunden und konnten es durch kompromißloses Angriffsspiel für sich
entscheiden.
Anschließend war das 1. Herreneinzel dran. Mein Gegner Konrad Schade
(letztes Jahr noch Südostdeutscher Juniorenmeister, also U22;
Linkshänder, also eher ungewohnt zu spielen) konnte zuvor in zwei
knappen Sätzen gegen den Augsburger Daniel Knoll gewinnen, es war  
also ein hartes Match zu erwarten. Und so kam es auch. Im ersten Satz
konnte ich durch sehr schnelles Angriffsspiel gut starten und mich am
Anfang etwas absetzen. Allerdings ist es mir nicht gelungen, das  
Tempo und die Präzision aufrechtzuerhalten, und Konrad ist wieder
herangekommen. Durch ein paar dumme Fehler und mangelnde  
Konzentration ist mir der erste Satz dann leider flöten gegangen. Langsam hat sich
auch die Belastung der harten Spiele bemerkbar gemacht, aber ich habe
mir für den zweiten Satz trotzdem vorgenommen, nochmal so gut wie
möglich aufzudrehen. Und es hat tatsächlich funktioniert, ich konnte
wieder ein schnelles und variables Angriffsspiel aufziehen und den
Satz für micht entscheiden. Also mußte ein dritter Entscheidungssatz
her. Und da war ich mit den Kräften bedauerlicherweise ziemlich am
Ende. Am Anfang ging es noch eine Weile, aber dann ist mein Gegner
davongezogen. Aufgrund nachlassender Spritzigkeit war ich immer einen
Tick zu spät am Ball, konnte dadurch nicht mehr so präzise spielen  
und habe das Ding dann um die Ohren bekommen.
Das Dameneinzel von Sabine gegen Stella Nolze war ein Krimi, wie er
spannender kaum hätte sein können. Die knappe Führung wechselte
ständig, und nachdem Sabine den ersten Satz verloren hatte, war der
zweite so knapp, daß es in die Verlängerung ging. Mit großem Kampf  
und auch ein bißchen Glück konnte Sabine ihn für sich entscheiden, so daß
es auch hier zum Entscheidungssatz kam. Der war wieder hart umkämpft
bis zuletzt, aber Sabine konnte sich mit tollem Spiel durchsetzen.
Zu diesem Zeitpunkt war das 3. Herreneinzel schon in vollem Gange,  
und Florian schien nach dem verpatzten 1. Herrendoppel das Spiel seines
Lebens zu machen. Eigentlich war ein Sieg nicht zu erwarten, da der
Gegner Benjamin Miltner zuvor in einem sehr guten Spiel den  
Augsburger Markus Unverdorben geschlagen hatte. Aber Florian hat alle Kräfte
mobilisiert und nach verlorenem ersten Satz den zweiten für sich
erkämpft. Dabei wurden extrem lange und zermürbende Ballwechsel
gespielt, so daß Florian beim Seitenwechsel zum Entscheidungssatz
körperlich schon stark angeschlagen wirkte. Bei der Hälfte des  
dritten Satz, als der Punktestand noch ausgeglichen war, sah es dann so aus,
als ob Florian stehend k.o. wäre und kaum noch einen Schritt machen
könnte, der Gegner also nur noch den Ball ein bißchen im Spiel halten
müßte, um zu gewinnen. Der allerdings machte nun etliche erstaunliche
Fehler und spielte oft so, daß Florian auf wundersame Weise irgendwie
noch an den Ball und damit punktemäßig wieder herankam. Am Schluß
reichte es leider doch nicht ganz, das 3. Einzel ging knapp verloren,
und Florian war reif für Trage und Sauerstoffzelt.
Nunmehr stand es also 3:3, als das gemischte Doppel gespielt wurde.  
Es ging um alles, kein Spiel durfte mehr verloren werden. Marion und
Stefan hatten es mit Silke Schneider und Felix Roos zu tun. Letzterer
ist Linkshänder, also dadurch schon unangenehm zu spielen, und hat
einen extrem harten Smash (was zuvor schon zu beobachten war). Mit
dieser Kombination kamen Marion und Stefan im ersten Satz nicht so
recht klar (Felix wurde zu oft auf der falschen Seite hoch  
angespielt, was einen vernichtenden Smash nach sich zog) und verloren knapp. Im
zweiten Satz konnten sich Marion und Stefan taktisch besser
einstellen, und sich nach zunächst ausgeglichenem Spiel sogar ein
bißchen absetzen. Die Gegner kämpften sich jedoch wieder heran, so  
daß es zum Schluß sehr sehr knapp und extrem spannend wurde. Die Fans,  
die vorher schon jeden Punkt aus Leibeskräften bejubelt hatten, hat es zu
diesem Zeitpunkt kaum noch auf den Sitzen gehalten. Und dann gab es
ausgerechnet beim Stand von 18:18 eine etwas strittige Situation, in
welcher der gegnerische Ball wohl ganz knapp im Aus war, der
Linienrichter jedoch geschlafen hat, so daß vom Stuhlschiedsrichter
auf Wiederholung entschieden wurde. Bedauerlicherweise hat das Marion
und Stefan irgendwie aus dem Konzept gebracht, und drei leichte  
Fehler brachten den Dossenheimern den Satz, das Spiel und damit den vierten
Punkt.
Folglich war der Aufstieg für uns nicht mehr erreichbar, die
Dossenheimer konnten sich über ihren Erfolg freuen.
Dennis Lam erklärte sich fairerweise bereit, das 2. Herreneinzel noch
zu spielen. Hier behielt Peter in einer Art lockerem
Freundschaftsspiel in zwei Sätzen die Oberhand. Wäre dieses
abschließende Match das entscheidende gewesen, hätte es zu einem
weiteren Krimi kommen können.

Direkt nach dem Spiel war natürlich Enttäuschung vorhanden, vor allem
weil der Aufstieg so knapp und am Ende auch ein kleines bißchen
unglücklich verpaßt wurde.
Die Enttäuschung wich aber zum Glück schnell der Zufriedenheit
darüber, das Beste gegeben zu haben, sich dabei gut verkauft und
spannende Spiele geliefert zu haben, sowie der Freude darüber, bei
diesem wirklich tollen Ereignis dabeigewesen zu sein.

Dabei ist zu erwähnen, daß Fürstenfeldbruck mit Abstand die größte
und beste Fan-Gemeinde am Start hatte, und das trotz der großen
Entfernung. Nicht nur, daß wir am Spieltag den größten Teil der
Tribüne belegten und die lauteste und fröhlichste Stimmung erzeugt
haben, ein beträchtlicher Teil unserer Fans hat die Mannschaft das
komplette Wochenende von der Anreise am Freitag bis zur Rückreise am
Sonntag begleitet und quasi "getragen". Das war nicht nur für unsere
Erste einfach phantastisch, sondern es hat auch unsere Gegner und die
Veranstalter schwer beeindruckt. Die freundliche und offene Art der
Fürstenfeldbrucker und nicht zuletzt unser faire Sportsgeist auf und
neben dem Spielfeld haben den Verein und die Stadt wieder einmal
bestens präsentiert.

So können wir am Ende mit unserer Leistung zufrieden sein, uns freuen
über das aufregende Sport-Wochenende voller Spaß und im Herbst
motiviert in die nächste Saison gehen mit dem Ziel, die  
Aufstiegsrunde vielleicht wieder zu erreichen.

 

 

John Appoldt